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Gesellschaftneutralvor 3 Std.

Syriens Frauen wehren sich gegen Diskriminierung

Deutsche Wellemillionen-menschen

KI-Zusammenfassung

Über 100.000 syrische Frauen leben nach dem Ende des Bürgerkriegs im Dezember 2024 in einem rechtlichen Niemandsland, weil ihre Männer seit 2011 als vermisst gelten. Das Personenstandsgesetz von 1953 verhindert, dass eine Person vor dem 80. Lebensjahr für tot erklärt wird – eine Ausnahme nach vier Jahren gilt nur bei Kriegsverlusten, setzt aber die Zustimmung männlicher Verwandter voraus. Die 33-jährige Nora aus Al-Dana kann weder eine Sterbeurkunde für ihren Mann beantragen noch Erbe, Witwenrente oder das volle Sorgerecht für ihren Sohn erhalten, weil die Familie ihres Mannes dies blockiert. Human Rights Watch-Forscherin Hiba Zayadin betont, dass mehr als 100.000 vermisste Männer eine vergleichbare Situation für ihre Ehefrauen und Kinder schaffen, die ohne Papiere für Bildung und Gesundheitsversorgung auskommen müssen. Die Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa hat zwar eine Nationale Behörde für Vermisste eingerichtet, aber zentrale Reformen des Familienrechts stehen aus. Lena-Maria Möller von der Qatar University College of Law hält angesichts der religiösen und ethnischen Vielfalt ein einheitliches Familienrecht für unrealistisch und plädiert für ein differenziertes System mit Gemeinschaftsautonomie.