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Geopolitik12. Sept. 2026

Pezeshkian erklärt Iran zum BRICS-Gipfel: Keine Kapitulation vor den USA

Irans Präsident Masoud Pezeshkian hat auf dem Besuch in Indien erklärt, sein Land werde sich den Vereinigten Staaten und Israel nicht ergeben. "Wir beugen uns vor nichts vor", sagte er am Freitagabend vor religiösen Führern in Neu-Delhi, knapp vor dem BRICS-Gipfel am Wochenende. Die Äußerungen folgen auf die Behauptung von US-Präsident Donald Trump, Teheran hätte Israel und den Nahen Osten ausgelöscht sowie US-Städte angegriffen, hätte Washington nicht militärisch eingegriffen. Pezeshkian traf am Freitag auch Indiens Premierminister Narendra Modi; dieser forderte Frieden, freie Schifffahrt in der Straße von Hormus und warb für eine Lösung des Konflikts "durch Dialog und Diplomatie". Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der am 28. Februar begann, hat die Schifffahrt durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gebracht und die Ölpreise steigen lassen. Indien als größter Energieimporteur ist besonders betroffen: Das Land deckt rund 85 Prozent seines Treibstoffbedarfs durch Importe und ist auf die Lieferwege durch die Straße von Hormus angewiesen.

CNBC Top News
Finanzen12. Sept. 2026

EU-Richtlinie CRD VI: Schweizer Bankkonten für EU-Bürger ab 2027 eingeschränkt

Eine EU-Richtlinie sorgt dafür, dass deutsche Kunden künftig kein Kerngeschäft mehr bei Schweizer Banken abschließen können — sofern diese keine Filiale in der Europäischen Union unterhalten. Die Richtlinie Capital Requirements Directive VI (CRD VI) ist Teil des EU-Bankenpakets und trat bereits vor knapp zwei Jahren in Kraft; ab dem 11. Januar 2027 müssen Banken aus Drittstaaten für Geschäfte wie Einlagen, Kredite und Garantien mit EU-Bürgern eine Niederlassung im jeweiligen Mitgliedsland vorweisen. Betroffen sind damit nicht nur Schweizer, sondern auch Banken aus Großbritannien, den USA, Japan und Singapur. Für die Schweizer Finanzbranche ist das existenziell: Fast 40 Prozent des grenzüberschreitend verwalteten Vermögens stammen aus Westeuropa, also aus EU-Staaten. Verträge, die vor Ablauf der Übergangsfrist am 11. Juli geschlossen wurden, genießen Bestandsschutz; für neu eröffnete Konten aus Deutschland gelten künftig die verschärften Regeln.

Handelsblatt Finanzen
KI12. Sept. 2026

Kehrtwende bei Apple: Siri-KI wird künftig mit Nutzerdaten trainiert

Apple bricht ein zentrales Datenschutzversprechen und will persönliche Nutzerdaten aus Siri-Gesprächen erstmals zum Training seiner KI-Modelle nutzen. Eine entsprechende Datenschutzerklärung findet sich in der aktuellen Vorabversion von iOS 27; laut Berichten von Entwicklern mit Zugriff auf den Release Candidate wird das Update am 14. September für alle Nutzer erscheinen. Vorgesehen ist die Speicherung sämtlicher Siri- und Diktierinteraktionen, einschließlich Audiodaten und Transkripte; Apple betont, dass die Daten nicht mit dem Apple-Account verknüpft werden und „Prüfpersonal“ die Aufzeichnungen kontrollieren könne. Die Aufnahme erfolgt über ein Opt-in-Verfahren: Bei der Aktivierung von Siri AI fragt der Hersteller, ob der Nutzer zur Verbesserung des Chatbots beitragen möchte; die Zustimmung lässt sich anschließend unter „Einstellungen > Analyse & Verbesserungen“ widerrufen. Der Dialog selbst kann nicht dauerhaft abgelehnt werden — auf der Warnmeldung stehen nur „Zustimmen“ und ein farblich unauffälliger „Jetzt nicht“-Button. Damit rückt Apple von der bisherigen Kategorien-Ablehnung eines solchen Datentrainings ab, mit der sich der iPhone-Hersteller bisher klar von der Konkurrenz abgehoben hatte.

Heise Online
Energie12. Sept. 2026

Saudi-Arabiens Öl-Exporte unter Druck: Pipeline nach Drohnenangriffen stillgelegt

Der sich ausweitende Konflikt im Nahen Osten belastet Saudi-Arabien als weltgrößten Ölexporteur: Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der wachsenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen hat Riad nach Drohnenangriffen die Ost-West-Pipeline vorsorglich stillgelegt. Die Leitung kann Öl unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus vom Persischen Golf zum Roten Meer leiten und wurde nach Angriffen in den Regionen Riad und Medina außer Betrieb genommen. Das saudische Außenministerium erklärte, einer der Drohnenangriffe sei aus dem Irak gesteuert worden, wo vom Iran unterstützte Milizen operieren. Eine zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte den Ölpreis und dadurch auch die Benzinpreise in Deutschland weiter erhöhen. Die Lage markiert eine Verschärfung der bestehenden Gefährdung zentraler Energie-Handelsrouten durch Kriegsrisiken am Persischen Golf, im Roten Meer und auf der arabischen Halbinsel.

Deutsche Welle
Politik12. Sept. 2026

Nordkorea feuert nach US-Manöver mit Südkorea und Japan erneut Raketen ab

Nordkorea hat übereinstimmenden Angaben zufolge einen Tag nach dem Ende des fünftägigen Manövers "Freedom Edge" mit Südkorea, den USA und Japan erneut mehrere ballistische Raketen abgefeuert. Nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs flogen die Geschosse etwa 250 Kilometer in Richtung Japanisches Meer. Es war bereits der zweite derartige Vorfall nach dem 20. August, als Nordkorea während eines jährlichen gemeinsamen Manövers von USA und Südkorea ebenfalls Raketen Richtung Japanisches Meer gestartet hatte. Pjöngjang bezeichnete die Übungen zuletzt als provokativ; Verteidigungsminister Kim Song Gi drohte mit entschiedenen Gegenmaßnahmen. Die Tests erfolgten trotz versöhnlicher Signale von US-Präsident Donald Trump, der das gemeinsame Manöver mit Südkorea deutlich reduzieren ließ und auf seine angeblich sehr gute Beziehung zu Machthaber Kim Jong Un verwies. Kim Jong Un äußerte sich zu einem möglichen Treffen noch in diesem Jahr öffentlich nicht und kündigte zuletzt an, die Marine als Teil der nuklearen Abschreckung auszubauen.

Tagesschau
Geopolitik12. Sept. 2026

BRICS-Gipfel in Neu-Delhi: Trumps Politik treibt Schwellenländer enger zusammen

Indien gastiert am Wochenende mit Premierminister Narendra Modi als Gastgeber beim Gipfel der BRICS-Staaten in Neu-Delhi; unter den erwarteten Teilnehmern sind Chinas Staatschef Xi Jinping, Russlands Präsident Wladimir Putin und Irans Präsident Massud Pezeschkian. Für Xi ist es der erste Indien-Besuch seit 2019 und damit ein weiterer Schritt in der vorsichtigen Annäherung nach den tödlichen Grenzclashes im Himalaya im Jahr 2020. Der Gipfel steht vor dem Hintergrund mehrerer Krisen: die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran, Washington drängt Moskau zu einem Abkommen über die Ukraine, und Donald Trumps Zölle und Sanktionen stören die Beziehungen zu Verbündeten wie zu Rivalen. Trumps Politik ist nicht die Ursache der Annäherung — Indien und Russland pflegen seit Jahrzehnten enge Beziehungen, und die Indien-China-Entspannung begann vor den jüngsten Handelskonflikten — doch die amerikanischen Wirtschaftsdruckmittel verstärken den Anreiz für Handels-, Energie- und Zahlungskooperationen innerhalb der BRICS. Zugleich begrenzen tiefe Gräben den Spielraum: Der Grenzstreit zwischen Indien und China, Indiens hohes Handelsdefizit mit Peking und Neu-Delhis strategische Autonomie — Indien ist Mitglied des Sicherheitsdialogs Quad mit den USA, Japan und Australien — dämpfen die Erwartungen an konkrete Beschlüsse.

CNBC Top News
Politik12. Sept. 2026

BRICS-Gipfel im Zeichen globaler Ungewissheiten

Beim BRICS-Gipfel in Neu-Delhi kommen Wladimir Putin, Xi Jinping und Narendra Modi zu einem Treffen zusammen, das von demonstrativer Selbstbewusstsein der Mitgliedsstaaten geprägt ist. Die Staats- und Regierungschefs nähern sich jedoch bei zentralen Konflikten nicht an: Die Krieg gegen die Ukraine und die Eskalation um den Iran belasten die gemeinsame Agenda. Indien als Gastgeber versucht, den Anspruch einer alternativen Weltordnung sichtbar zu machen, während Russland und China ihre eigene Großmachtlogik verfolgen. Der vorliegende Auszug nennt keine konkreten Beschlüsse, Sanktionen oder Finanzzusagen; er zeigt vor allem die Spannung zwischen Einigkeit im Auftritt und Dissens in der Substanz. Entscheidend bleibt, ob die BRICS über symbolische Solidarität hinaus eine gemeinsame Linie zu Krieg, Energie, Sicherheit und Handel finden.

Tagesschau
Technologie12. Sept. 2026

Nach rechts: Kommentar fordert Programm statt bloßer Demos

Der Kommentar auf netzpolitik.org beschreibt den möglichen Einzug einer rechtsextremen Partei in eine deutsche Landesregierung als Wendepunkt, der erstmals seit 1945 drohe und die humanitäre Haltung des „Nie wieder“ belaste. Der Text stellt fest, die Demokratie befinde sich in großer Gefahr, und konstatiert zugleich Ratlosigkeit statt kämpferischer Zuversicht bei vielen Bürgern. Demos hält er für wichtig, weil sie Zehntausenden Antifaschistinnen und Demokraten Solidarität und Mut geben; allein am kommenden Wochenende seien mindestens 30 bundesweit geplant. Reine Selbstvergewisserung reiche aber nicht: „Demo für Demokratie“ oder „Bunt statt braun“ brächten nur dann etwas, wenn klare Forderungen, Inhalte und Programme für eine gemeinsame Zukunft formuliert würden. Als Beleg für die politische Krise nennt der Text, dass nur 13 Prozent mit der Bundesregierung zufrieden seien und damit fast neun von zehn Menschen unzufrieden seien; gefordert werden neue Gesichter, neuer Wind und ein neues Programm.

Netzpolitik.org

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