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Wie die EU Viktor Orbán machte

Financial Times (Local)

KI-Zusammenfassung

Sylvie Kauffmann zeichnet im Financial Times-Essay die Entwicklung von Viktor Orbán vom proeuropäischen Reformer des frühen 21. Jahrhunderts zum illiberalen Kritiker der EU nach. Die EU-Mitgliedschaft Ungarns 2004 und die anschließenden 55 Milliarden Euro an Kohäsionsfonds zwischen 2007 und 2020 hätten Orbáns Fidesz-Partei erst die wirtschaftliche Grundlage für seine autoritäre Konsolidierung gegeben. Kauffmann argumentiert, dass die EU-Institutionen Orbáns Machtanspruch jahrelang tolerierten, weil sie die wirtschaftlichen Vorteile der Mitgliedschaft über demokratische Prinzipien stellten. Die jetzige Blockade von 7,5 Milliarden Euro EU-Geldern wegen Rechtsstaatsdefiziten komme erst nach Jahren systematischer Demontage ungarischer Institutionen. Die EU habe durch ihre halbherzige Reaktion Orbáns illiberale Agenda nicht nur ermöglicht, sondern aktiv mitfinanziert.