Zinsentscheid in Berlin wird zur Bewerbungsprobe für Joachim Nagel
KI-Zusammenfassung
Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, nutzt den EZB-Zinsentscheid am Donnerstag in Berlin zugleich als Bewerbungsbühne für das Amt des EZB-Präsidenten. Am Dienstagabend empfing er die 26 anderen Notenbanker der Europäischen Zentralbank im Restaurant Borchardt, Kanzler Friedrich Merz war zu Gast; am Mittwoch sprach Nagel im Bode-Museum vor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über Europas Zukunft im KI-Zeitalter. Er muss Merz überzeugen, ihn als Nachfolger von Christine Lagarde zu nominieren, deren Amtszeit in 14 Monaten endet und deren vorzeitiger Rücktritt zunehmend erwartet wird. Isabel Schnabel gilt nach rechtlichen Vorbehalten als aus dem Rennen und strebt laut „Handelsblatt“ den Wechsel zum Internationalen Währungsfonds an. Am Donnerstagnachmittag steht Nagel mit Lagarde und EZB-Vizepräsident Boris Vujcic bei der Pressekonferenz auf dem Podium; Investoren sehen die zweite Zinserhöhung des Jahres nach Aussagen zahlreicher EZB-Ratsmitglieder als sicher an. Unicredit-Chefvolkswirt Marco Valli formuliert die Lage so: Eine Zinserhöhung sei beschlossene Sache, doch die Inflationsmission der EZB noch nicht erledigt.