KI-Verhaltenserkennung in öffentlichen Räumen breitet sich flächendeckend aus
KI-Zusammenfassung
Verhaltensanalyse-Software, die Strichmännchen über abgebildete Menschen legt und anhand der Bewegungen ihres Vektorenbündels Handlungen einstuft, wird in deutschen Städten zunehmend eingesetzt. In Mannheim löst das System bei Schlägen, Tritten, Schubsen und abwehrenden Körperhaltungen Alarm aus; in Hamburg erkennt es auch liegende Personen. Berlin will die Technologie bald an vermeintlich kriminalitätsbelasteten Orten wie dem Görlitzer Park, dem Kottbusser Tor und der Warschauer Straße installieren, Baden-Württemberg plant eine Ausweitung auf Heidelberg, und in Bremer Straßenbahnen läuft sie bereits. In Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen befinden sich entsprechende Gesetzesentwürfe in Abstimmung. Davy Wang, Jurist bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte, warnt vor einer Einschränkung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung und einem "subtilen Gefühl des Überwacht-Seins", das die Technologie bei Passanten auslöst. Die flächendeckende Einführung könnte zudem eine Rolle bei einer autoritären Wende spielen, da Künftig immer mehr öffentliche Areale von Algorithmen auf "artiges Benehmen" überwacht werden.
