Nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: BSW rückt der AfD näher
KI-Zusammenfassung
Die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt hat keine klaren Mehrheitsverhältnisse erbracht: Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD wurde stärkste Kraft, während die seit 2002 ununterbrochen regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze deutlich verlor. SPD, Grünen und Linke blieben allesamt unter zehn Prozent. Die Koalitionsbildung ist so schwierig wie nie zuvor in einem der 16 Bundesländer — auch weil das erst 2024 gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ein beachtliches Ergebnis erzielte. Wagenknecht, eine in der DDR sozialisierte frühere Kommunistin und langjährige Linke-Politikerin, signalisiert eine Annäherung an die AfD: Sie könnte sich vorstellen, deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund durch Stimmenthaltung bei der Wahl des Ministerpräsidenten ins Amt zu verhelfen. Dieses Szenario hatte sie Wochen vor der Wahl ins Spiel gebracht und wenige Tage danach im TV-Sender ntv unter Verweis auf inhaltliche Überschneidungen bei der Migrationspolitik bekräftigt. Für die sächsische Landespolitik bedeutet dies: Ohne BSW gibt es im Landtag keine handhabbare Mehrheit, wodurch die Kleinpartei zur Kronprätendentin einer politischen Wende wird — und die politische Einordnung jenseits klassischer Lagerlogik weiter verschwimmt.