Porzellangeschenk aus Eulenburg-Affäre für 300.000 Euro versteigert
KI-Zusammenfassung
Am 24. April wurde in Berlin eine 116 Zentimeter hohe Porzellanvase für 300.000 Euro versteigert, die Kaiser Wilhelm II. seinem Freund Prinz Philipp von Eulenburg-Hertefeld schenkte. Die Vase, verziert mit vergoldetem Leguan und einer Ananas, erinnert an die heute weitgehend vergessene Eulenburg-Affäre, die nach Einschätzung des Historikers Norman Domeier ganz Europa erschütterte und das Bild der Monarchie prägte. Eulenburg, Diplomat und wichtigster außerparlamentarischer Berater Wilhelms II., pflegte mit dem Kaiser einen Kreis neoromantischer Männerfreundschaft; in interner Korrespondenz nannten sich die beiden "Philine" und "Liebchen". Wie der Historiker Robert Beachy dokumentiert, war die Korrespondenz voller homoerotischer Bekundungen. Der Skandal um diese Beziehung veränderte nachhaltig die öffentliche Meinung über die Monarchie.
