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Politikneutralvor 1 Std

RSF-Index 2026: Pressefreiheit in mehr als der Hälfte aller Länder verschlechtert

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KI-Zusammenfassung

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) dokumentiert in ihrer Rangliste 2026 einen dramatischen weiteren Niedergang der Pressefreiheit. In 110 von 180 untersuchten Staaten — also in mehr als der Hälfte — haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Journalistinnen und Journalisten gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Regierungen nutzen zunehmend Vorwände wie "Nationale Sicherheit", "Desinformation" oder "Terrorismus", um gegen Medienschaffende vorzugehen. Deutschland fiel im Ranking auf Platz 14 zurück; RSF-Geschäftsführer Christian Mihr führt dies auf einen aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas zurück, in dem Journalistinnen zunehmend öffentlich an den Pranger gestellt würden. Für 2025 wurden in Deutschland 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen verifiziert, nach 89 im Vorjahr, wobei die Dunkelziffer hoch bleibt. Besonders gefährdet ist die Recherche im rechtsextremen Milieu: So wurden Thomas Heise von Spiegel TV im März 2025 bei einer Neonazi-Versammlung am Berliner Ostkreuz verletzt und Dominik Lenze vom Tagesspiegel im Mai 2025 in Herford angegriffen. Auch die Berichterstattung über den Gaza-Krieg polarisiert zunehmend, und Exiljournalistinnen aus Iran, Afghanistan und Russland geraten in Deutschland verstärkt ins Visier ihrer Herkunftsregime.

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