Kolumne „Breakpoint“: Aufruf zu digitalem Ungehorsam gegen den „Chilling Effect“ der Überwachung
KI-Zusammenfassung
In der Kolumne „Breakpoint“ auf Netzpolitik.org wird ein Gedankenexperiment durchgespielt: Wie würden Menschen ihr Verhalten ändern, wenn ein Mitarbeiter des Staatsschutzes sie jederzeit durch ein Fenster in ihrem Wohnzimmer beobachten könnte? Die Autorin oder der Autor beschreibt, dass sie oder er bestimmte Bücher, Dokumentationen und Wikipedia-Artikel über Verschwörungsmythen oder Waffen meiden und die Wortwahl bei Kritik an der Bundesregierung vorsichtiger gestalten würde. Zwar sei flächendeckende persönliche Überwachung bei rund 41 Millionen Wohnzimmern personell gar nicht möglich – doch allein die Vorstellung reiche aus, um Verhalten zu ändern. Eine Studie aus dem Jahr 2016 belegt diesen sogenannten „Chilling Effect“: Nach den Snowden-Enthüllungen 2013 gingen die Zugriffe auf Wikipedia-Artikel mit Terrorismusbezug – etwa zu „al Qaida“, „Autobombe“ oder „Taliban“ – um 20 Prozent zurück. Der Text mündet in einen Aufruf zu digitalem Ungehorsam und gegen Ausweiskontrollen im Netz.