Mehr Datenpannen, mehr Zugriffsmöglichkeiten: Wer schützt Gesundheitsdaten?
KI-Zusammenfassung
Datenschutzvorfälle im Gesundheitswesen nehmen zu und werden komplizierter – das sagt Prof. Tobias Keber, Landesdatenschutzbeauftragter von Baden-Württemberg und Vorsitzender der Datenschutzkonferenz, im Podcast von heise online. Allein bei seiner Behörde wurden bis Ende Juli bereits 428 Datenpannen im Gesundheitsbereich gemeldet; im gesamten Vorjahr waren es 572. Auch bundesweit melden die Landesdatenschützer Rekordwerte bei Pannen und Beschwerden – ein Trend, der sich durch den wachsenden Einsatz von KI weiter verschärft. Als Gründe nennt Keber nicht nur technische Einzelfehler: Datenverarbeitungen würden umfangreicher und Zuständigkeiten dadurch schwerer klärbar, was im Gesundheitswesen besonders gravierend sei, weil Behandlungsdaten ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten beträfen. Ein wiederkehrendes Problem sind Fehlversandfälle, bei denen Patientendaten an falsche Empfänger gehen; Keber plädiert für eine offenere Fehlerkultur, da die größte Gefahr in der Dunkelziffer nicht gemeldeter Vorfälle liege. Im Podcast geht es zudem um den Streit über die Anonymisierung von Krankenhausdaten und um neue Zugriffsrechte für Nachrichtendienste.